Faktensammlung zum Thema Vogelgrippe

Die allgemeine Hysterie zum Thema Vogelgrippe hat in mir als PR-Fachmann den leisen Verdacht genährt, dass es sich hauptsächlich um eine Kommunikations-Kampagne handelt. Aus diesem Grund trage ich hier nachprüfbare Fakten zum Thema zusammen:

Grippe (Influenza):
Von einer Influenzaepidemie oder Grippewelle spricht man, wenn 10-20% der Bevölkerung infiziert sind und die Ausbrüche lokal begrenzt bleiben. Auslöser der Epidemien und Pandemien sind Influenzaviren der Gruppen A und – seltener – B, da diese in der Lage sind, ihre antigenen Oberflächenmoleküle Hämagglutinin: HA und Neuraminidase: NA ständig zu verändern. Das führt dazu, dass sie bei einer erneuten Infektion vom Immunsystem nicht mehr oder nur schlecht erkannt werden.
Pandemien treten in der Regel alle 10 bis 40 Jahre auf und verbreiten sich explosionsartig mit Infektionsraten von bis zu 50% über den ganzen Globus. Auslöser ist immer ein neuer Subtyp des Influenza-A-Virus, der durch einen Antigenshift (eine Durchmischung von humanen und aviären Gensegmenten) entsteht. Meist findet die Durchmischung von Vogelgrippe- und humanen Influenzaviren im Schwein statt, das oft Träger beider Viren sein kann.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahre 1948 ein weltweites Überwachungssystem installiert, das die von 110 Referenzlaboratorien isolierten Virusstämme ständig auf neue Varianten überprüft, was zu den jährlich neuen Empfehlungen für die Impfstoffzusammensetzung der kommenden Saison führt, mit industriellem Herstellungszyklus von 10-12 Monaten. Das Nationale Referenzzentrum für Influenza (NRZ) in Deutschland befindet sich am Robert Koch Institut.

Die realen Sterblichkeitsziffern:
"Im Winter 2002/2003 gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Deutschland 5 Millionen Infizierte und 16.000 bis 20.000 Todesfälle, die auf eine Influenza zurückzuführen sind. Diese Angaben beruhen allerdings bezüglich des Erregers auf Mutmaßungen, da nur selten ein direkter Virusnachweis veranlasst wird. In der amtlichen deutschen Todesursachenstatistik sind daher für die Jahre 1998 bis 2004 jeweils nur zwischen 9 und 34 nachgewiesene Influenza-Todesfälle verzeichnet. Gleichwohl werden in dieser Statistik für die ICD 10-Klassifikation J10 - J18 (Grippe und Pneumonie) für diese Zeitspanne jährlich 17.500 bis 21.800 Todesfälle ausgewiesen." (Quelle: Wikipedia)

Zum Grippemittel Tamiflu:

Tamiflu wird vom Basler Pharmakonzern Roche in Lizenz hergestellt.
Das Medikament wurde von der 1987 gegründeten Firma Gilead Sciences Inc. (WKN 885823) entwickelt, das seine Lizenz 1996 exklusive an Roche vergab.
Im Juni 2005 beschuldigt Gilead den Lizenzpartner Roche, Tamiflu schlecht vermarktet und damit eine Vertragsverletzung begangen zu haben.
Im November 2005 legen Roche und Gilead Sciences Inc. ihren Streit bezüglich des Grippemittels Tamiflu bei.
"Gilead erhält eine Umsatzbeteiligung für Tamiflu, die je nach Verkaufsvolumen 14 bis 22 Prozent beträgt. Aufgrund der tatsächlichen Verkäufe in den ersten neun Monaten 2005 und des für das vierte Quartal geschätzten Umsatzes für die Pandemievorsorge rechnet Gilead für das volle Jahr 2005 insgesamt mit Lizenzgebühren auf die Verkäufe von Tamiflu durch Roche im Bereich von 18 bis 19 Prozent." (Quelle: Wallstreet-Online)
US-Verteidigungsminister Rumsfeld war (1997-2001) Vorstandsvorsitzender von Gilead Sciences, Inc. (Quelle: www.amerikadienst.usembassy.de - Website des US-Departement) - ob er auch (wie vielfach berichtet) Mehrheitsaktionär des Unternehmens ist konnte ich (bislang) noch nicht weiter nachprüfen.

Zur Wirksamkeit von Tamiflu:
„Bei den Studien zur Vogelgrippe fanden die Mediziner nach eigenem Bekunden keinen Beweis, daß Tamiflu bei H5N1-Infizierten in Asien die Todesrate senkte. Sie räumen allerdings ein, daß dies auch Folge einer zu späten Diagnose der Krankheit sein könne. Daneben gab es bei Fällen in Japan und Vietnam eine relativ hohe Zahl von Resistenzen gegen Tamiflu (16 Prozent).“ (Quelle: FAZ 19.1.2006)

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